Energiewende ermöglicht Prozessindustrie höheres Wertschöpfungspotential seiner Anlagen

Posted by Allgemein Kommentare deaktiviert für Energiewende ermöglicht Prozessindustrie höheres Wertschöpfungspotential seiner Anlagen

Beckhoff Display einer 2 MW Thyristorsteuerung von Siekerkotte für eine Power-to-Heat Anlage in einer Fussballarena in München

Zusammenfassung: Virtuelle Kraftwerke (Virtual Power plant VPP) bündeln elektrische Erhitzer verschiedenster Akteure aus der fertigenden Industrie und erschließen zusätzliche Erlösquellen der Anlagen durch deren Nutzung als Power-to-Heat Anwendung. Damit rücken Anlagen mit weniger als 5MW weiter in den Fokus der Energiewende.

Der immer weiter ansteigende Ausbau erneuerbarer Energieerzeuger führt dazu, dass für die Stabilisierung der Netze neue Ideen und Konzepte entstehen. Sind Power-to-Heat-Anlagen bisher eher als reine Anlagen die am Regelenergiemarkt teilnehmen, geplant und installiert worden, so rückt die produzierende Industrie jetzt immer mehr in den Fokus. In der Prozessindustrie kommen elektrische Erhitzer schon seit langem bei der direkten Beheizung von unterschiedlichsten Medien zum Einsatz. Das heißt, dass hier die wirtschaftliche Entscheidung zum Betrieb der Anlagen allein schon durch die jeweilige technische Anwendung gegeben ist.

Elektrische Wärmequellen verfügen über eine gewisse Trägheit. Selbst wenn der Strom im Erhitzer abgeschaltet wird, verfügt das System noch über eine gewisse Wärmekapazität. Darüber hinaus wirkt die natürliche Wärmespeicherung des zu erhitzenden Mediums als nutzbarer Pufferspeicher für Energie. Die Prozesse laufen weiter und benötigen erst nach einer gewissen Zeit wieder elektrische Energie um erneut aufzuheizen. Zusätzlich weisen viele Fertigungsprozesse Toleranzbereiche bei der Temperatur auf. Sie funktionieren z.B. bei 65°C genauso gut wie beispielsweise bei 60°C. Es besteht also die Möglichkeit kurzfristig mehr Energie in das System einzuspeisen, ohne die Fertigungsgüte zu beeinträchtigen.

Daraus ergeben sich für Industrieunternehmen interessante zusätzliche Ertragsquellen. Sie können ihren elektrischen Erhitzer am Regelenergiemarkt als Teil eines virtuellen Kraftwerkes (Virtual Power plant VPP) zur Verfügung stellen. Hier wird zwischen positiver und negativer Regelenergie unterschieden. Liegt die Stromnachfrage über dem Angebot, dann benötigen die Übertragungsnetzbetreiber positive Regelenergie (Verbraucher abschalten oder Stromerzeuger zuschalten). Bei Stromüberschuss hingegen müssen mehr Verbraucher zugeschaltet werden.  Da man erst ab einer Leistung von 5 Megawatt direkt als Anbieter am Sekundärreservemarkt teilnehmen kann, schließen sich mehrere Anlagenbetreiber von elektrischen Erhitzern zu einem virtuellen Kraftwerk zusammen, das dann an den wöchentlichen Auktionen zur Bereitstellung der Sekundärreserve teilnehmen kann. Die Anlagen in einem virtuellen Kraftwerk werden in ihrem Bedarf aufeinander abgestimmt, sie sichern sich quasi untereinander ab. Auf die individuellen Zeitschienen der Industriekunden wird dabei natürlich Rücksicht genommen.  Spezialisierte Firmen kümmern sich um die Vermarktung und rechnen direkt mit den Industriekunden ab.

Die Anlagenbesitzer erhalten zwei unterschiedliche Vergütungen: den Leistungspreis und den Arbeitspreis. Der Leistungspreis ist eine feste Vergütung, die nur für die Bereitstellung der Kapazität für den Sekundärregelmarkt gezahlt wird und zwar unabhängig davon, ob die Anlage genutzt wird oder nicht. Der Arbeitspreis wird gezahlt, wenn die gemeldete Anlage wirklich Arbeit verrichtet, also entweder abgeschaltet wird oder zusätzlichen Strom verbraucht. Im Moment werden am Markt höhere Leistungspreise für positive Regelenergie als für negative gezahlt.

Siekerkotte baut für seine Kunden Erhitzer und den Schaltschrank so auf, dass die Anlage alle Voraussetzungen erfüllt, um als Teil eines virtuellen Kraftwerkes zu funktionieren. Dazu gehören ein Modem zur Kommunikation mit dem virtuellen Kraftwerk, sowie Module oder eine SPS (Touchpanel optional), die die Steuerung der Anlage erlauben.  Wir unterstützen alle gängigen Kommunikationsprotokolle wie Can-Bus, Modbus, Profibus, ProfiNet, TCPIP on Ethernet, etc.. Bei der Auslegung bzw. Anbindung an die Steuerung wird natürlich darauf geachtet, dass die Anforderungen des technischen Prozesses Vorrang vor den Anforderungen des Regelenergiemarktes haben. Bei Bedarf vermittelt Siekerkotte seine Kunden auch an die Unternehmen (z.B. Next Kraftwerke, Dong Energy, Statkraft, Clens Energy Sourcing, etc.), welche die Angebote und Abrechnungen mit der Strombörse für die Anlagenbetreiber erledigen.

Falls Sie an dieser Möglichkeit zusätzlicher Erlösquellen elektrischer Erhitzer Interesse haben, dann sprechen Sie uns an. Siekerkotte steht seit 26 Jahren an der Seite der Prozessindustrie, wenn es um elektrische Erhitzer und Elektrowärme geht. Wir helfen Ihnen gerne!